You are hereAnarchismus
Anarchismus
In den jüngsten Kämpfen gegen den Kapitalismus haben anarchistische Gruppierungen eine wichtige Rolle gespielt. Viele AnarchistInnen teilen das Streben nach Zerschlagung des kapitalistischen Staates und nach Schaffung einer freien Welt ohne Klassengrenzen, Eigentum und Unterdrückung. Wir werden mit AnarchistInnen zusammenarbeiten, wo wir gemeinsame Ziele verfolgen.
Aber die Auffassungen von AnarchistInnen und SozialistInnen unterscheiden sich in zentralen Fragen:
AnarchistInnen lehnen die Notwendigkeit eines Staates in jeder Form ab. REVOLUTION teilt zwar das Ziel, eine Gesellschaft ohne Staatsmacht, die sich gegen das Volk richtet, aufzubauen. Aber es besteht die Notwendigkeit, dass die Arbeiterklasse zunächst eine eigene revolutionäre Republik aufbaut. Sie muss auf Grundlage der demokratischen Arbeiterräte bestehen, um Eigentum und Macht der KapitalistInnen der Gesellschaft als Ganzes zu geben und die KapitalistInnen daran hindern, sie zurückzuerobern.
AnarchistInnen lehnen die Idee ab, dass dieser Arbeiterstaat in der Übergangsphase zu einer klassenlosen, staatenlosen Gesellschaft notwendig ist.
Die AnarchistInnen lehnen die Notwendigkeit ab, eine politische Partei aufzubauen, die, wie sie behaupten, zu einer neuen elitären Führungsschicht in der Gesellschaft führen müsse. REVOLUTION strebt eine neuartige internationale politische Partei an - mit größter innerer Demokratie, um ihre Bürokratisierung zu verhindern. Diese Partei muss jene Teile der Arbeiterklasse vereinen, die die Revolution unterstützen, für die Ausweitung der Revolution kämpfen und den Kampf für den Sozialismus organisieren helfen. Ohne sie werden wir den Einfluss des Reformismus nicht brechen können.
Der Anarchismus versteht die Rolle einer revolutionären Partei nicht. Wenn eine revolutionäre Partei als eine Avantgarde beschrieben wird, bedeutet das die Bereitstellung einer revolutionären Führung für die Arbeiterklasse, nicht die Durchsetzung des Willens einer kleinen Elite über die Mehrheit. Tatsächlich kann eine revolutionäre Partei nur mit der Unterstützung der Massen erfolgreich sein.
Einige anarchistische Gruppen befürworten die Taktik direkter Aktion kleiner und oft unorganisierter Gruppen. Sie vernachlässigen Massenaktionen und die Arbeit innerhalb der Gewerkschaften und Massenorganisationen der Arbeiterklasse oder weisen sie sogar zurück. Das führt dazu, die Massen dem Einfluss reformistischer Führungen zu überlassen.
Genauso lehnen AnarchistInnen es ab, für Reformen wie die Besteuerung der Reichen, Verstaatlichung der Industrie, Verteidigung demokratischer Rechte oder Unterstützung nationaler Befreiungskämpfe wie der Intifada in Palästina zu kämpfen, weil sie glauben, dass das die Legitimation des Staates stärkt. Aber das trägt den praktischen Alltagsnotwendigkeiten der ArbeiterInnen keine Rechnung und damit entfernen sich die AnarchistInnen vom Massenkampf der Arbeiterklasse.
Als Alternative zum Arbeiterstaat halten einige AnarchistInnen die Idee des Föderalismus aufrecht. Doch Föderalismus ist eine schwache und problematische Idee. Ohne Abstimmung der einzelnen Kollektive zur Befolgung von Entscheidungen kann eine Minderheit die Mehrheit unter Druck setzen. Das wäre nicht nur in einer konterrevolutionären Situation desaströs, sondern auch bei der Organisation der Produktion. Föderalismus ist eine utopische Lösung für das reale Problem, wie wir die Gesellschaft als ganzes vom kleinsten Aktionskomitee aufwärts organisieren.
REVOLUTION erkennt die politischen Beschränkungen des Anarchismus. Seine Weigerung, die staatliche Macht zu übernehmen, wie es sich konkret in der Spanischen Revolution gezeigt hat, stellt die Niederlage des Proletariats sicher. Das Machtvakuum, das sich in der revolutionären Periode öffnet, wird von ReformistInnen und Reaktionären gefüllt werden - wenn die RevolutionärInnen nicht die Macht ergreifen.